Planen, Bauen und Gestalten – Baukultur und Dorfgestaltung, LEADER-Region Eifel

  Fachwerkhaus  

Die über Jahrhunderte gewachsene unverwechselbare Gestalt der Eifeldörfer wird zunehmend durch untypische und unmaßstäbliche Dorferweiterungen, bauliche Einzelmaßnahmen, Umgestaltung und verkehrliche Anpassung der öffentlichen Räume und nicht landschaftsgerechte Begrünung überprägt. Diese Störungen und Fehlentwicklungen, bis hin zum Verlust der dörflichen Identität, beruhen häufig auf Unkenntnis und verloren gegangenem Bewusstsein für die prägenden dörflichen Entwicklungsprinzipien sowie die regionaltypischen Bauformen, Materialien, Handwerkstechniken und Pflanzen. Soll der ländliche Siedlungsraum mit seinen Dörfern nicht weiterhin überformt werden, sind neue angepasste Gestaltungsleitbilder gefragt. Es müssen Antworten auf heutige Bedürfnisse gefunden werden.

Zukunftsentwicklung bedeutet für die Dörfer, Bautraditionen mit heutigen funktionellen Anforderungen des Wohnens und mit moderner Formensprache umzusetzen. Das erfordert bei Bauherren, Architekten und in den Bauämtern ein breites fachliches Wissen, das für den Raum Eifel bisher noch nicht aufgearbeitet wurde. Das Bauen im ländlichen Raum vollzog sich über Jahrhunderte innerhalb enger Grenzen. Die Baukonstruktionen und die Materialwahl waren zweckdienlich, einfach zu bauen und griffen auf vorhandene Ressourcen der Region zurück. Stein, Fachwerk, Lehm mit Ziegelausfachung, später auch reine Ziegelbauten entsprachen dem traditionellen Klima und bewirtschaftungsorientierten Bauen.

Es entstanden homogene Dörfer, die sich harmonisch in die Landschaft einordneten und einen eigenständigen Charakter mit gewachsenem Reichtum an Architektur und Landschaftselementen präsentierten.

Jede spezielle Region der Eifel hatte ihre eigene unverwechselbare Dorf-Landschaft-Kontinuität. Wie der Blick in die Dorfgenese zeigte, verstanden es die Bauern und oftmals Bürgermeister mit sicherem Instinkt, ihr Dorf, ihre Bauernhöfe dem klimagerechten Schutz der Landschaft anzuvertrauen und so zu platzieren, dass Baukörper und Landschaft eine harmonische Beziehung eingingen, die im beklagenswerten Gegensatz steht zur Translozierbarkeit, sowie dem Flächenanspruch und Erschließungsaufwand der Neubaugebiete.

Wie die Ergebnisse der Werkstätten und anderen Beteiligungsformen in vorangegangenen Projekten und Verfahren gezeigt haben, besteht in den Eifeldörfern ein großer Informationsbedarf zum regionaltypischen Bauen und auch eine starke Bereitschaft der Bevölkerung sich mit diesen Themen aktiv auseinanderzusetzten.

Vorrangiges Ziel des Projektes ist die Förderung der Baukultur und Dorfgestaltung durch:

  • Sensibilisierung der Bürger, Verwaltungen, der Politik und den Planern und Architekten für dorfgerechte Lösungen zum Erhalt der unverwechselbaren Ortsbilder.
  • Formulierung baukultureller Qualitätskriterien und Alleinstellungsmerkmale durch die Herausarbeitung von ortsprägenden Entwicklungsprinzipien und den sich dadurch herausgebildeten spezifischen Siedlungs- und Bautypen und deren regionaltypischer Material-, Farb- und Formensprache.
  • Stärkung und Revitalisierung der, den klimatischen und ökologischen Bedingungen der unterschiedlichen Eifelregionen, angepassten Siedlungsstrukturen, Bauweisen und öffentliche wie privaten Freiraumelementen, unter spezieller Berücksichtigung aller Aspekte einer nachhaltigen Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.

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Die im Rahmen des Projektes erstellte Webseite finden sie hier: www.baukultur-eifel.de

Information zu der Tagung ,,Es bewegt sich was!'' am 17.11.2011 finden sie hier!

Laufzeit

2009 bis 2011

Ansprechpartner

Prof. Rolf Westerheide

Mitarbeiter

Dipl.-Ing. , M.Re. Anne Eaton, Dipl.-Ing. Bauass. Stefan Krapp

Weitere Partner

StädteRegion Aachen, Kreis Düren und Euskirchen, Gemeinden und Städte der LEADER-Region Eifel